Sepp Huber hält einen Vortrag:

"Die Bedeutung des Mondes - Zwischen Anbetung und Wissenschaft"
 

Ein für Heimatkundler außergewöhnlicher Vortrag zur ersten Mondlandung vor 50 Jahren stieß bei 20 Besuchern auf großes Interesse.
Das machten die vielen Fragen deutlich.
Referent beim Aichacher Heimatverein war der ehemalige Gymnasiallehrer und Leiter eines Astronomiekurses in der Kollegstufe, Sepp Huber.

Er ordnete die Bedeutung des Mondes ein: Außer der Bestimmung des Ostertermins am ersten Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond habe der Mond keinen Einfluss auf das Schicksal der Menschen. Die Mondphasen seien nur ein optisches Phänomen und die Anbetung der Mondgöttin habe die Kirche beendet.
Allerdings sei der Erdmond im Verhältnis zum dazugehörigen Planeten der größte unter den Planetenmonden und habe deshalb einen großen Einfluss auf die Erde.

So wirkt der Mond durch seine Anziehungskraft auf das Magnetfeld, das im flüssigen Erdkern aus Eisen und  Nickel seine Ausrichtung findet. Wichtig ist die Stabilisierung der Erdachse durch den Mond.
Sie änderte sich nur in einer kegelförmigen Bewegung im Lauf der Erdgeschichte.
Diese Raumfestigkeit sichert die Klimazonen und ermöglichte dadurch erst das Leben.

Der augenfälligste Einfluss des Mondes ist der Gezeitenwechsel auf den Weltmeeren, der eine Höhe von bis zu 15 Metern zwischen Ebbe und Flut in einzelnen Meeresbuchten erreichen kann. Alle zwölf Stunden und 20 Minuten herrscht Flut auf der mondzugewandten Seite, ausgelöst durch die Anziehungskraft des Trabanten, auf der Gegenseite durch die Fliehkraft verursacht. Diese Fliehkraft entsteht durch die Drehung des Erde-Mond-Systems um den gemeinsamen Schwerpunkt.

Dass die Reibungskräfte den Abstand des Mondes zur Erde im Jahr um 3,8 Zentimeter vergrößern und den Erdentag verlängern, war vielen Besuchern neu.
In etwa fünf Milliarden Jahren wird der Erdentag einen  Monat lang dauern.

Sehr anschaulich stellte Huber den ersten Mondflug der Amerikaner Neil Armstrong,  Edwin Aldrin und Michael Collins 1969 dar. Obwohl alle Zusammenhänge des Projektes Apollo 11 physikalisch erklärt wurden, wollte er auf den Begriff Wunder nicht verzichten.

Zum Abschluss ging es um die Herkunft des Mondes. Heute gilt die sogenannte Kollisionstheorie als die wahrscheinlichste. Der Riesenmeteorit Theia habe die Erde gestreift und die Mondmasse dabei herausgeschlagen.
Die beiden anderen Theorien sind die Tröpfchentheorie – in der Flüssigperiode der Frühzeit seien Teile der Masse ausgeschleudert und komprimiert worden – und die Einfangtheorie – durch die Erdgravitation sei ein anderer Himmelskörper eingefangen worden. Sie seien nach heutiger Sicht nicht mit den Gesetzen der Physik vereinbar, so Huber.

 Quelle: Augsburger Allgemeine – N.N. – Onlineausgabe vom 27.05.2019

(Vortrag vom 21. Mai 2019; Dokument erstellt durch Heimatverein Aichach)

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Eine Zukunft für die Vergangenheit